Mittwoch, 2. September 2015

Leben auf dem Lande



Leben auf dem Lande heißt :

beim ersten Hahnenschrei 

wach zu werden, in den frühen Morgenstunden das gezwitscher der gut gelaunten Vögel
zu belauschen, frische Landluft einzuatmen . . .  auch . . .  wenn sie ab und zu ziemlich streng
schnuppern mag, und einen kompletten Ort in den Ödimüff Bann ziehen mag ;0) .
                      
Wo ich mir manchesmal eine Nasenklammer wünschen würde um dies ländlich strenge
Lüftchen entgehen zu wirken ;0).

Leben auf dem Land heißt :
 die 4 Jahreszeiten intensiv miterleben zu können.

Im Frühling die ersten Frühlingsblüher zu entdecken.
Zu sehen, wie der Schnee schmilzt, wie die Natur erwacht,
alles bunt und lebendig wird, wie Vögel für ihren
Nachwuchs Nestchen bauen.

Im Sommer den Duft der Natur, der Felder, der Wälder
zu erleben.
Wie die Bauern ihre Felder bearbeiten.
Radtouren durch Wiesen und Felder.
Sommerblümchen pflücken wild gewachsen und üppig.
Grüne satte Wiesen die zu einem Picknick verleiten.

Im Herbst die Stürme, Winde und Wetterlaunen erleben.
Den Nebel spüren, wie mystisch er sich über Felder
und Dörfer legt.
Wie die herbstliche Morgensonne den Nebel förmlich aufzusaugen scheint
und sich dahinter eine wunderschöne Landschaft zeigt.
Sehen, wie bunt Wald und Wiese wird.
Zapfen , Hopfen, Holz, Äste, Ähren sammeln für die
herbstliche Hausdekoration.
Herbstblumen wie sie in den Gärten leuchten.
Ländliche Halloween Party's.
Die letzten Outdoor Tage sind gezählt.
Ein kleines Herbstfeuerchen mit Freunden, ein letztes grillen.

Im Winter in Ruhe die fallenden Schneeflocken vom
Fenster aus beobachten.
Die ersten Fußspuren als Zeichen in den Schnee setzen.
Schneemänner bauen und sich die kalten Hände an einem heißen Glas Punsch erwärmen.
Winterliche Spaziergänge im Wald, Rehe und Wildscheine entdecken.
Die Abende vor dem Kamin bei Kerzenschein und einem guten essen mit Freunden
ausklingen lassen.
Den Herbst / den Winter in Ruhe und Zufriedenheit zelebrieren
und den Sommer gehen lassen.
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Sicherlich könnte man die Liste unendlich fortführen.
Ich weiß, das sich nun manch ein Leser sagen wird :
das funktioniert doch auch alles in der Stadt.
Das möchte ich auf keinen Fall verneinen.
Jedoch ist dies Erlebnis ( für mich ) von Freiheit, Natur, frischer Luft , ein anderes unbeschreibliches
Glücksgefühl wenn man auf dem Land aufgewachsen ist oder lebt.
Ich bin mir sicher, das ich dies in einer Stadt nicht so genießen könnte wie auf dem Lande.
Unruhe, Ablenkung, Hektik und Unachtsamkeit verbinde ich damit.
 Gerade hier auf dem Land, wo sich Bauer, Huhn und Hahn gute Nacht sagen zieht's viele Städter hin.
Sie nehmen sogar lange Anfahrtszeiten in Kauf, nur um am Abend und an den Wochenenden
die unsagbar erholsame Ruhe genießen zu können.



Das nenn ich Artgerechte Tierhaltung !
Ich erfreu mich immer wieder daran und wünschte, das " alle Tiere " 
solch ein dasein erleben dürften.
Es kann doch garnicht so schwer sein ? !
Jeder der sich ein Haus / Nutztier hält, sollte solch eine Haltung doch sehr
am Herzen liegen !!!




 Ich höre ...
das Getrappel eisenbeschlagener Hufe auf dem Pflaster,
den Klang der Hämmer beim Dorfschmied

Ich rieche …
den Duft in Schwaden liegenden Heus,
den Geruch frisch gepflügter Erde

Ich sehe …
den Anblick von rotem Mohn in wogendem Getreide,
die Schönheit staubig-sandiger Wege
durch Feld und Wald

Ich schmecke …
die Lieblichkeit fruchtiger Äpfel und Birnen,
des Nektars Süße aus Taubnesselblüten auf der Zunge

Ich spüre …
die Langsamkeit der Zeit früherer Jahre,
die Gemeinsamkeit im Leben miteinander

 © Marten Petersen
 

Kommentare:

  1. Liebe Moni
    Wunderschön beschrieben! Ja, so ist es, das Landleben. Ich geniesse es auch.
    Herzlichst Yvonne

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  2. Ja, du hast Recht. Es ist schön die Natur so direkt miterleben zu dürfen. Was mir schwerfällt ist zu sehen, wie dunkel es morgens beim Aufstehen schon ist.
    Da brauche ich wieder eine Taschenlampe, um mit dem Hund zu gehen. Nachmittags ändert sich das Licht jetzt schon, wird langsam golden und löst
    richtige Herbststimmung bei mir aus. Ich mag den Herbst!
    Liebe Grüße Donna G.

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  3. Wunderschön beschrieben.Auch ich wohne seid 12 Jahren auf dem Land,da wo sich Hase und Igel gute Nacht sagen.Der nächste Nachbar weiter weg.Um uns nur Felder und Wiesen.
    Ich komme ursprünglich aus der Großstadt.Aber dort möchte ich nicht mehr leben.Ich genieße die Stile,die Weite.Und vorallem wie du schon so schön beschrieben hast die Jahreszeiten.
    Kurz gesagt ich bin ein Landei und darauf bin ich auch stolz.
    LG
    Nicole

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  4. Oh Moni...das hast du wunderbar und soooo treffend beschrieben.

    Klar gibt es das alles irgendwie auch in der Stadt, aber eben doch ganz anders als auf dem Land.

    Ich wohne fernab von allen städttischen Geräuschen und Gerüchen. Nur leise dringt manchmal das Brummen eines Motorradfahrers von der Landstraße herüber.
    Seit 35 Jahren wohnen wir nun schon inmitten von Wald und Feld. Ich kann sogar so, wie ich morgens aus dem Bett steige, gleich in den Garten gehen...sieht ja niemand.
    Jedesmal wenn ich in der Stadt bin, bedaure ich die Menschen, die diese Freiheit nicht haben können oder wollen und sich mit einem winzigen Balkon, womöglich noch in einem Hochhaus begnügen/müssen.
    Obwohl...viele wollen es genau sooo. Die stört ja schon das Kuhglockengeläut, wenn sie ihren Urlaub in den Bergen verbringen. MIR unbegreiflich.
    Ich empfinde es jedenfalls als Geschenk und größtes Glück, jeden Tag genau das erleben zu dürfen, was du so wundervoll beschrieben hast.

    Ganz herzliche Grüße von Gaby aus dem Haus am Wald, die nach der laaaangen, brütenden Hitze jetzt voller Freude, sogar bei seichtem Landregen in den Garten geht und neue Röschen pflanzt
    (Anstatt sich ans Läppi zu setzen und die längst fällige weitere Folge über die Neugestaltung des Gänseauslaufs zu schreiben

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  5. Ach Moni...das tut mir leid, daß der Beitrag doppelt gekommen ist. Passiert mir komischerweise nur (gelegentlich) wenn ich mit dem Handy schreibe. Hoffentlich kommt dies jetzt nicht auch noch doppelt!!!

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  6. ... ja, wer einmal freudig auf dem Land gelebt hat, wird Schwierigkeiten haben ein Städter zu werden...

    Liebe Grüße - Monika

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  7. hallo Moni,
    wunderschön geschrieben!
    Ich möchte auch nicht mehr in der Stadt leben!
    liebe Grüße
    Gerti

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  8. Liebe Moni,
    wir wohnen ja zumindest am Land-Rand und ich bin froh darüber, nur noch zum Arbeiten in die Stadt zu müssen... Schöne Kühe-Bilder!
    Alles Liebe
    von der Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2015/09/irland-reisebericht-kilkenny-cork-und.html

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  9. Liebe Moni,
    du sprichst mir aus dem Herzen. Nein, es ist absolut nicht das gleiche in der Stadt. Ich wohne (noch) in der Stadt und will soooo gerne wieder raus auf´s Land,
    weil da die Jahreszeiten einfach so viel schöner sind. Und die Ruhe fehlt mir auch.
    Herzliche Grüße
    Birthe

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